Gewalt & Aggression, Anti-Aggressivitäts-Training & Gewaltarbeit in Paderborn und OWL

Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®)  
& Gewaltarbeit in Paderborn und OWL

Professionelle Unterstützung bei Aggression, Gewalt, Impulsivität und eskalierenden Konflikten – für Jugendliche und Erwachsene.

 

MH Coaching OWL begleitet Menschen, die lernen möchten oder müssen, mit Aggression, Wut und konflikthaften Situationen anders umzugehen.

Im Mittelpunkt stehen nicht nur das sichtbare Verhalten, sondern auch Auslöser, Denk- und Verhaltensmuster, persönliche Verantwortung und die Entwicklung konkreter Handlungsalternativen.

Unsere Arbeit verbindet Gewaltprävention, konfrontative Pädagogik, systemische Beratung und praxisorientierte Veränderungsarbeit.

 

Verhalten verstehen. 

Verantwortung übernehmen. 

Gewalt verhindern.

 

Für wen ist das Angebot geeignet?

Unsere Gewalt- und Aggressionsarbeit richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, bei denen aggressive Verhaltensweisen, wiederkehrende Eskalation oder Gewalthandlungen eine Rolle spielen.

Das Angebot kann sowohl freiwillig als auch im Rahmen eines institutionellen Auftrags oder einer Empfehlung erfolgen.

Ziele, Umfang und Rückmeldestrukturen werden transparent mit den beteiligten Stellen abgestimmt. Dabei achten wir auf eine klare Rollenverteilung, nachvollziehbare Zielsetzungen und eine fachlich strukturierte Zusammenarbeit.

Jugendliche und 
junge Erwachsene 

 

Zum Beispiel bei: 

  • wiederkehrenden Konflikten in Familie, Schule oder Jugendhilfe
  • geringer Impulskontrolle und niedriger Frustrationstoleranz
  • aggressivem oder gewalttätigem Verhalten
  • Regel- und Grenzüberschreitungen
  • Straffälligkeit oder riskantem              Verhalten
  • Schwierigkeiten, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen

 

Jugendämter, Gerichte und Fachstellen

 

Zum Beispiel bei: 

  • ambulanten Hilfen im Rahmen des SGB VIII
  • auffälligem oder gewalttätigem Verhalten junger Menschen
  • gerichtlichen Auflagen oder Empfehlungen
  • Fällen mit wiederkehrenden Eskalationen oder Grenzüberschreitungen
  • Übergängen zwischen Jugendhilfe, Schule, Justiz und weiteren Hilfesystemen
  • individuell vereinbarten Trainings- und Beratungsaufträgen 

 

Erwachsene und 
Selbstzahler

 

Zum Beispiel bei: 

  • wiederkehrender Wut oder starken Aggressionen
  • eskalierenden Konflikten in Partnerschaft oder Familie
  • problematischem oder gewalttätigem Verhalten
  • Schwierigkeiten mit Selbstkontrolle und Konfliktregulation
  • dem Wunsch, eigenes Verhalten frühzeitig zu ändern

 

Was verstehen wir unter Gewalt- und Aggressionsarbeit?

Aggression ist zunächst eine menschliche Reaktion. Sie kann auf Überforderung, Frustration, Kränkung, Angst, Kontrollverlust oder erlernte Verhaltensmuster zurückgehen.

Problematisch wird sie dort, wo andere Menschen eingeschüchtert, verletzt oder dauerhaft belastet werden oder Konflikte regelmäßig eskalieren.

Unsere Arbeit zielt deshalb nicht darauf ab, Aggression grundsätzlich zu unterdrücken. Entscheidend ist, Auslöser frühzeitig zu erkennen, eigene Reaktionen zu verstehen und Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen.

Gewalttätiges oder grenzverletzendes Verhalten wird dabei nicht relativiert. Verständnis für Hintergründe bedeutet nicht, Verhalten zu entschuldigen.

Im Mittelpunkt stehen:

  • das Erkennen persönlicher Auslöser und Risikosituationen
  • die Auseinandersetzung mit eigenen Denk- und Rechtfertigungsmustern
  • die Übernahme von Verantwortung
  • der Aufbau von Selbstkontrolle und Impulssteuerung
  • das Entwickeln gewaltfreier Handlungsalternativen
  • die Übertragung neuer Strategien in den Alltag

Wie läuft die Arbeit ab?

Die konkrete Gestaltung richtet sich nach Alter, Anlass, Auftrag und individuellem Unterstützungsbedarf.

 

1. Auftrags- und Zielklärung

Zu Beginn klären wir Anlass, Erwartungen und Ziele. Bei institutionellen Aufträgen erfolgt dies in Abstimmung mit den beteiligten Fachstellen.

2. Analyse von Auslösern und Verhaltensmustern

Gemeinsam werden typische Konfliktsituationen, persönliche Trigger, Eskalationsverläufe und bisherige Bewältigungsstrategien betrachtet.

3. Verantwortung und Perspektivwechsel

Eigene Entscheidungen, Auswirkungen auf andere und mögliche Rechtfertigungsmuster werden reflektiert.

4. Entwicklung konkreter Alternativen

Es werden individuelle Strategien für Konflikte, Wut, Frustration und belastende Situationen erarbeitet und praktisch eingeübt.

5. Transfer in den Alltag

Neue Verhaltensweisen sollen nicht nur im Gespräch funktionieren. Deshalb wird gezielt daran gearbeitet, sie in Familie, Schule, Beruf und Alltag anzuwenden.

6. Auswertung und weitere Perspektive

Zum Abschluss werden Entwicklungen, verbleibende Risiken und sinnvolle nächste Schritte gemeinsam ausgewertet.

Typische Themen unserer Arbeit

Je nach Anlass können unter anderem folgende Themen im Mittelpunkt stehen:

  • Wut und starke emotionale Anspannung
  • Impulsivität und geringe Selbstkontrolle
  • niedrige Frustrationstoleranz
  • aggressive Kommunikation
  • körperliche oder psychische Gewalt
  • Bedrohungen und Einschüchterung
  • Konflikte in Familie, Partnerschaft oder Schule
  • Regel- und Grenzüberschreitungen
  • Rechtfertigungs- und Schuldverschiebungsmuster
  • Umgang mit Kritik, Zurückweisung und Kränkung
  • soziale Kompetenz und Perspektivübernahme
  • Umgang mit Risikosituationen
  • Entwicklung persönlicher Notfall- und Deeskalationsstrategien

Wie wir arbeiten

Unsere Angebote werden bedarfsorientiert auf die jeweilige Person, den konkreten Auftrag und die vereinbarten Ziele abgestimmt.

Dabei berücksichtigen wir unter anderem Alter, Entwicklungsstand, persönliche Ressourcen, bisherige Erfahrungen, Motivation und die jeweilige Lebenssituation.

Ein besonderer Vorteil unserer Arbeit liegt in den unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen innerhalb unseres Teams. Je nach Unterstützungsbedarf können verschiedene berufliche Erfahrungen, Zusatzqualifikationen und methodische Schwerpunkte gezielt miteinander verbunden werden.

So entsteht kein standardisiertes Angebot, sondern eine möglichst passgenaue Begleitung von Jugendlichen und Erwachsenen.

Wir verbinden dabei unterschiedliche fachliche Ansätze und wählen Methoden danach aus, was zum jeweiligen Auftrag und Veränderungsziel passt. Unser Anspruch ist es, nicht ausschließlich über problematisches Verhalten zu sprechen, sondern Veränderung möglichst konkret erlebbar und im Alltag anwendbar zu machen.

1.

Konfrontative Pädagogik

Problematisches, grenzverletzendes oder gewalttätiges Verhalten wird klar benannt und nicht beschönigt.

Dabei geht es nicht um Bloßstellung oder Bestrafung, sondern um eine respektvolle und zugleich konsequente Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Widersprüche, Rechtfertigungen und Verantwortung können dabei bewusst thematisiert werden.

Unsere fachliche Orientierung in diesem Bereich stützt sich unter anderem auf die Ansätze und Methoden des Instituts für Konfrontative Pädagogik (IKD). In unsere Arbeit fließen – je nach Bedarf und Zielsetzung – auch dort vermittelte methodische Elemente ein.

Ziel ist es, die Auswirkungen des eigenen Handelns besser zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und alternative Verhaltensmöglichkeiten zu entwickeln.

2.

Reflexion und Verantwortungsarbeit

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Gemeinsam werden Entscheidungen, Konsequenzen, Auswirkungen auf andere Menschen sowie mögliche Rechtfertigungs- und Schuldverschiebungsmuster reflektiert.

Verantwortungsübernahme bedeutet dabei nicht, einen Menschen auf sein Fehlverhalten zu reduzieren. Sie schafft vielmehr die Grundlage dafür, Einfluss auf das eigene zukünftige Handeln zu gewinnen.

3.

Emotions- und Impulsregulation

Viele Eskalationen entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über körperliche, emotionale und gedankliche Warnsignale.

Wir unterstützen dabei, diese Signale frühzeitiger wahrzunehmen, persönliche Auslöser zu erkennen und individuelle Strategien zur Selbststeuerung aufzubauen.

Dazu können beispielsweise Techniken zur Unterbrechung von Eskalationsverläufen, Distanzierung, Selbstberuhigung, Kommunikation und Vorbereitung auf persönliche Risikosituationen gehören.

4.

Systemische Beratung und systemische Sozialtherapie

Verhalten entsteht nicht losgelöst von seiner Umgebung. Deshalb betrachten wir neben der einzelnen Person auch Beziehungen, Familie, soziale Rollen, bisherige Erfahrungen und wiederkehrende Interaktionsmuster.

Systemische Beratung und systemisch-sozialtherapeutische Ansätze helfen dabei, bestehende Dynamiken besser zu verstehen, neue Perspektiven einzunehmen und vorhandene Ressourcen für Veränderungsprozesse nutzbar zu machen.

Gerade bei komplexen Konflikten, wiederkehrenden Eskalationen oder langjährig eingeübten Verhaltensmustern kann dieser Blick helfen, nicht ausschließlich auf das sichtbare Problemverhalten zu reagieren.

5.

Sportpädagogische Arbeit

Bewegung und Sport bieten besondere Möglichkeiten, soziale und emotionale Prozesse unmittelbar erlebbar zu machen.

In sportpädagogischen Situationen werden Themen wie Frustrationstoleranz, Regelakzeptanz, Selbstkontrolle, Fairness, Kooperation, Durchhaltevermögen und der Umgang mit Erfolg und Niederlage nicht nur besprochen, sondern konkret erlebt.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die sich über klassische Gesprächsangebote nur schwer erreichen lassen, kann Sport einen niedrigschwelligen Zugang zur pädagogischen Beziehung und zur gemeinsamen Reflexion schaffen.

Sportliche Situationen erzeugen zugleich reale Herausforderungen: Regeln müssen akzeptiert, Grenzen wahrgenommen, Emotionen reguliert und Konflikte gelöst werden. Diese Situationen können anschließend gemeinsam reflektiert und auf den Alltag übertragen werden.

Je nach Zielsetzung können beispielsweise kooperative Bewegungsaufgaben, Mannschaftssport, Kraft- und Fitnesselemente, pädagogisches Boxen oder andere bewegungsorientierte Angebote eingesetzt werden.

Sport dient dabei nicht als reine Freizeitgestaltung, sondern wird gezielt als pädagogisches Lern- und Erfahrungsfeld genutzt.

6.

Erlebnispädagogische Arbeit

Erlebnispädagogische Angebote schaffen bewusst Situationen, in denen Menschen neue Erfahrungen außerhalb gewohnter Handlungsmuster machen können.

Aufgaben in der Natur, kooperative Herausforderungen oder gemeinsame Aktivitäten erfordern häufig Planung, Kommunikation, Durchhaltevermögen, Vertrauen, Verantwortungsübernahme und den konstruktiven Umgang mit Unsicherheit oder Frustration.

Dadurch entstehen reale Lerngelegenheiten, die sich deutlich von einem klassischen Beratungsgespräch unterscheiden.

Ein junger Mensch kann beispielsweise unmittelbar erleben, dass ein Ziel nur durch Kooperation erreicht wird, dass impulsives Handeln Konsequenzen hat oder dass schwierige Situationen trotz anfänglicher Überforderung bewältigt werden können.

Entscheidend ist anschließend die pädagogische Reflexion: Was ist passiert? Welche Strategie hat funktioniert? Wann wurde es schwierig? Und was lässt sich daraus auf Schule, Familie oder andere Lebensbereiche übertragen?

Erlebnispädagogik verstehen wir deshalb als gezielte Verbindung von Erfahrung, Reflexion und Alltagstransfer.

7.

Tiergestützte Pädagogik

Tiere können einen besonderen Zugang zu Beziehung, Verantwortung und emotionalem Erleben ermöglichen.

Im Kontakt mit einem Tier werden Reaktionen häufig unmittelbar sichtbar: Nähe, Distanz, Körpersprache, Lautstärke, Impulsivität und Verlässlichkeit haben direkte Auswirkungen auf die Interaktion.

Dadurch können Themen wie Empathie, Rücksichtnahme, Selbstregulation, Verantwortungsübernahme und Grenzwahrnehmung auf eine sehr konkrete Weise bearbeitet werden.

Gerade für Kinder und Jugendliche, denen direkte Gespräche über persönliche Schwierigkeiten zunächst schwerfallen, kann die gemeinsame Aktivität mit einem Tier eine vertrauensfördernde und weniger konfrontative Situation schaffen.

Tiergestützte Pädagogik wird dabei nicht als Selbstzweck eingesetzt. Die jeweiligen Aktivitäten orientieren sich an den vereinbarten pädagogischen Zielen und werden gemeinsam reflektiert.

So können Erfahrungen aus dem Umgang mit dem Tier genutzt werden, um Rückschlüsse auf Beziehungen, Kommunikation und eigenes Verhalten im Alltag zu ermöglichen.

8.

Ressourcenorientierung

Neben Schwierigkeiten und problematischem Verhalten richten wir den Blick bewusst auf Fähigkeiten, Interessen und bereits vorhandene Bewältigungsstrategien.

Gerade sportliche, kreative, soziale oder praktische Kompetenzen können wichtige Ausgangspunkte für Veränderung sein.

Ziel ist es, nicht ausschließlich Defizite zu bearbeiten, sondern vorhandene Ressourcen so zu stärken, dass sie im Alltag zunehmend selbstständig genutzt werden können.

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